macOS: defekte Partitionstabelle

Dein Mac hat den Wurm drin? Das Filesystem hat eine Macke?

Okay, letzteres ist extrem selten und nach meiner Erfahrung kommt dies zufälliger Weise meistens dann vor, wenn auf einer Windows-Bootcamp-Partition ein Tool für den HFS+-Schreibzugriff installiert und benutzt wurde.

„Jesus not only saves – he also makes backups frequently!“
„Kein Backup – kein Mitleid!‘
Die Sprüche könnt Ihr Euch in den üblichen Foren abholen. Normalerweise auch bei mir, aber was soll ich drum herumreden? Mir ist es auch passiert. Habe das Backupvolume für manuelle Backups benutzt, es volllaufen lassen und dann die Time Machine abgestellt. Wird schon gutgehen, dachte ich. Denken und Pferde und so…

„Nimmst Du die blaue oder die rote Pille?“
Dies ist keine konkrete Anleitung, wie man ein defektes Filesystem repariert, sondern hier schildere ich einfach meine Vorgehensweise. Wie man die einzelnen (Rettungs-) Programme benutzt, ist in den jeweiligen Dokumentationen oder im Netz ausführlich beschrieben. Jeder Fehler ist anders, eine universelle Anleitung schwierig. Folgt einfach meinem Vorgehen und probiert die Tools aus, die ich probiert habe. Angefangen bei den Bordwerkzeugen Recovery-Partition und Festplattendienstprogramm.

„Do you feel lucky, Punk?“
Mein macOS Sierra hatte die Hufe gestreckt, aber so richtig. Ich hatte den Rechner einfach ausgeschaltet, weil ich noch schnell unter Windows ein bisschen Egoshooten wollte und macOS einfach mit einem schwarzen Screen beim Runterfahren minutenlang hängen blieb.  Ja, ja, Anfängerfehler. Aber ich vertraute auf die Robustheit von HFS+. Ausserdem wollte ich zocken, weil ich genervt war. Beim nächsten Start war die komplette Systempartition „verschwunden“.

„Das ganze Gehirn weggelutscht!“
Das Festplattendienstprogramm konnte auch über die Recovery nichts mehr ausrichten. Sah die Partition, erkannte aber nicht einmal den Namen. Ich bin ja ein Bastler und so hatte ich auf meiner SSD eine leere Partition mit 64 GB. Auf dieser installierte ich wieder Sierra und versuchte darüber meine alte Systempartition mit dem FDP zu reparieren. Gleiches Problem. Augenscheinlich war die Partitionstabelle beschädigt. War auch nicht anders zu erwarten. Aber nun hatte ich eine Plattform, von der ich nativen Zugriff auf die HFS-Partition hatte.

Ähnlicher Artikel:   macOS/OSX ElCapitan auf einem Hackintosh

„Game over, Boy!“
Also zum bewährten TestDisk gegriffen. Das fand die Partition! Hurra! Das repariert aber keine Partitionen, die sich auf der gleichen SSD wie das OS, von dem es gestartet wurde, befinden. Mist! Eine weitere HDD/SSD an das System hängen und wieder Sierra installieren? Och ja, neee, da hatte ich echt keinen Bock drauf.

„Ich sehe tote Menschen!“
Früher gab es doch den guten alten DiskWarrior! Ja, den gibt es immer noch! Also den an das defekte System gelassen. Der erkannte die Partition sogar mit Namen und versuchte sie zu reparieren. Das sah auch alles gut aus, aber am Ende zuckte auch das Programm mit den Achseln und meinte, dass da nichts zu machen sei. Wenigstens konnte der DW die Partition nach einem weiteren Versuch einhängen, wenn auch das booten davon nicht mehr funktionierte.

„Ich bin zu alt für so eine Scheiße!“
Als Netzwerkspezialist/Admin bin ich es gewohnt, dass ich für so einen Mist einfach keine Zeit habe. Niemand frickelt an einem kaputten Produktivsystem herum, egal welches OS da drauf läuft. Neuinstallation via Softwareverteilung und gut ist. Habe ich zu Hause nicht. Ebenso wie ein Backup. Ja, im Moment habe ich andere Probleme und bekanntlich tragen die Schuster die schlechtesten Schuhe.

Ende Gelände!
Feierabend! Manuell meinen Home-Ordner auf meine Backup-Platte kopiert. Dafür reichte der Platz noch und gleich mal Mojave statt Sierra installiert.

Gut, wir haben nun einen Ordner mit den Daten aus dem Benutzerverzeichnis. Das kann man aber nicht ohne Weiteres einfach so in das neue Home kopieren. Mal abgesehen davon, dass man dazu einen zweiten Adminaccount auf dem Rechner braucht, was ja kein Akt ist, wird es am Ende auf einer anderen macOS-Version sowieso nicht funktionieren, denn die Library im Userorder hat andere Unterordner für die ganzen Systemprogramme wie z.B. Mail oder Fotos & Co.

Ähnlicher Artikel:   J!: Eigene 404-Seite

„Ich wusste gar nicht, dass man Scheiße so hoch stapeln kann!“
Ich legte auf der noch vorhandenen Sierra-Installation einen zweiten User mit Admin-Rechten an und kopierte die Library aus dem Backup des Userhomes (anzeigen mit Shift-Command-Punkt) in die des Users, der auf dem neuen Sierra den gleichen Namen hatte wie auf dem alten Sierra.
Warum nur die Library? Für etwas anderes war dort einfach kein Platz mehr auf der Partition. Die Libray war im Laufe der Jahre auf viele, viele Fantasto-Bytes angewachsen. Kein Ding, denn der Rest vom Schützenfest lässt sich auch später noch in das neue Home unter Mojave schaufeln.

„Mach schon Platz, ich bin der Landvogt! „
Rebootet und mich in Mojave angemeldet. Dort den Migratiosassistenten aufgerufen, der die neue Sierra-Partition auch als Quelle erkannte. Meinen User ausgewählt und diesen auf Mojave migrieren lassen. Der Assistent konvertiert beim Umzug die Library und übernimmt so alle Einstellungen wie die Mails oder die Passwörter aus dem Passwortmanager. Die Daten aus dem Backup noch „schnell“ in die entsprechenden Order im neuen Home kopiert und die Laube war gestrichen.